In Vierkirchen ist seit Juli 2018 ein sehr umfangreiches Natur-Projekt im Gange. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz e.V. hat unter der Federführung des Vorsitzenden, Stefan Braunschmidt, die über 100 Biotope der Gemeinde besichtigt und anhand eines Kriterienkatalogs auf ihren Zustand geprüft. Gut 250-300 Stunden hat ein kleines Team aus 5 Personen ehrenamtlich im Zeitraum Juli 2018 bis Juli 2019 dafür aufgewandt.
Innerhalb des Gemeindebereiches Vierkirchen befinden sich 102 Biotopsflächen aus dem Flurneuordnungsverfahren 1996. Fast zwei Drittel der Biotopsflächen wurde an Biotopspaten vergeben, damit sich die Biotopsflächen gemäß den Vorgaben aus dem Flurneuordnungsverfahren entwickeln können, die übrigen sind ohne Patenschaft bzw. unter der Pflege der Gemeinde. Nach rund 22 Jahren wurde von der Ortsgruppe Vierkirchen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) im Jahr 2018 eine Neubegehung initiiert. Die Begehung inkl. der anschließenden Bewertung diente dazu, einen Gesamtüberblick über den aktuellen Zustand zu erhalten, Missstände aufzuzeigen und mögliche Maßnahmen zu benennen. Die Begehung der Biotopsflächen erhob nicht den Anspruch einer vollständigen, umfassenden oder gar wissenschaftlichen Bewertung des Biotopsflächenzustandes. So wurden die Biotopsflächen u. a. nach ihrem optischen Gesamteindruck unter Berücksichtigung der ursprünglich vorgesehenen Entwicklungsziele und Charakteristiken aus dem Flurneuordnungsverfahren 1996 beurteilt.
Im Herbst 2019 wurde ein Abschlussbericht an die Gemeindeverwaltung übergeben, in dem aufgezeigt wurde, dass bei mindestens 46 Biotopen dringender Handlungsbedarf besteht. Bei rund einem Drittel der Biotopsflächen werden zum Beispiel die äußeren Flurgrenzen nicht eingehalten, was eine Missachtung der Besitzverhältnisse darstellt. Um dies zu unterbinden, wurden bereits einige Gespräche mit Biotopspaten und Anliegern geführt. Ergänzend dazu sind auch Nachpflanzungen erforderlich, damit die Biotopsflächen wieder ihren ursprünglich vorgesehenen Charakter erlangen. Da diese nicht auf einmal getätigt werden können, ist geplant, diese innerhalb von 2-3 Jahren umzusetzen.
Seit Übergabe dieses Berichts wurden nun an einer effektiven Vorgehensweise gearbeitet und bereits an 16 Biotopen umfangreiche Maßnahmen durchgeführt. Großartige Arbeit leistete hier auch das Team vom Bauhof der Gemeinde, das umfangreiche Nachpflanzungen vorgenommen hat.
Bürgermeister Dirlenbach zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung soweit zufrieden, allerdings sei man gerade im Hinblick auf die so wichtigen persönlichen Gespräche bezüglich der Grenzverhältnisse durch die Situation mit Corona sehr eingeschränkt gewesen. Er hofft, dass diese in 2021 verstärkt fortgeführt und weitere Biotope wieder in den ursprünglich geplanten Zustand gebracht werden können. Die Gemeinde Vierkirchen wird sich für diese wichtigen Lebensräume einsetzen, damit die Biotopsflächen ihrer Bedeutung für Pflanzen und Tiere auch gerecht werden können.
-F800x600.jpg)